Blick auf die Weinberge im Nebel mit Klapotetz | © Steiermark Tourismus | Gery Wolf

Typisch Südsteirisch

Der Buschenschank

Die Geschichte des Buschenschanks...

...reicht bis ins 17. Jahrhundert zurück. Damals schuf Kaiser Josef II. durch eine Zirkularverordnung die rechtliche Grundlage für den heutigen Buschenschank. Diese Verordnung erteilte jedem die Erlaubnis, von ihm selbst erzeugte Lebensmittel und Getränke zu allen Jahreszeiten, wie, wann und zu welchem Preis er wollte im eigenen Betrieb zu verkaufen oder auszuschenken.

Nach einer Erneuerung der Verordnung, wurde der Ausschank anzeigepflichtig. Infolgedessen mussten die Betriebe nach und nach von den Bezirksbehörden kontrolliert werden. Heute gibt es in den Bundesländern Steiermark, Niederösterreich, Burgenland und Wien ein jeweilig eigenes Buschenschankgesetz.

Speisen & Getränke

Rustikal, Schick oder Trendig - die südsteirische Brettljause, der Klassiker im steirischen Buschenschank.

Diese entwickelte sich aus der traditionellen Jause der Bauern und Bäuerinnen und besteht meist aus einem guten selbstgemachten Bauernbrot, Geselchtem, kaltem Schweinsbraten (Brüstl), Verhackert, Bratlfett, Hartwürstel, Speck, Kren, Steirerkäse, hartgekochten Eiern, viel buntem Gemüse (Gurkerl, Tomaten, Paprika, Pfefferioni…) und wird nach klassisch auf den namensgebenden Holzbrettern angeboten. Was genau aufs Brettl' kommt, variiert je nach GastgeberIn.

Das Buschenschank-Angebot wird abgerundet mit Aufstrichen aller Art (z.B. Liptauer, Kräuteraufstrich oder dem steirischen Kürbiskernölaufstrich), Speisen mit Schinken oder Ripperl vom Schwein, (Räucher)Fisch aus steirischen Gewässern und köstlichen Salaten in allen Variationen (z.B. Käferbohnen, Rettich, Bauern- und Winzersalate…), denn auch Vegetarier und Veganer kommen nicht zu kurz!

Als Nachspeise werden typisch (süd)steirische Spagatkrapfen, Germmehlspeisen wie Strauben, Kipferl, Buchteln, Studel oder Weinstrauben, und manchmal auch neue Kreationen wie „Kürbiskern-Tiramisu“ angeboten. Zu trinken gibt’s ausgezeichnete Weine aus eigenem Anbau, selbstgemachte Obstsäfte (z.B. Traube, Apfel) und Nektare (z.B. Pfirsich-, Birnennektar). Abschließend noch ein selbst gebrannter Schnaps aus Apfel, Birne, Zwetschke oder den südsteirischen Kriecherln… Prost!

Kein Bier, keine Limonaden, kein Kaffee, keine Warmen Speisen, kein Stress – aber viel Tradition am (süd)steirischen Buschenschank!

 

Und nun, auf zum Buschenschank!

Blick auf die südsteirische Weinlandschaft und einen Klapotetz im Herbst  | © Steiermark Tourismus | Herbert Raffalt

Der Klapotetz

Sein Name...
Ursprünglich zum Vertreiben der Vögel aus dem Weingarten genutzt, ist der Klapotetz heute vielmehr Symbol für die Weinbautradition in der Steiermark. Aus verschiedensten Holzarten, jeder einzigartig in seinem Klang, wird er am Jakobi- bzw. Annatag (25. und 26. Juli) aufgestellt. Der Begriff Klapotetz leitet sich vom slowenischen „klopotati“ = klappern und „klopotec“ = Klapotetz ab. In manchen Gebieten wird auch der deutsche Begriff „Windmühl“ verwendet, worauf sich auch der mancherorts verwendete weibliche Artikel „die“ für das Wort Klapotetz zurückführen lässt.
Blick auf die herbstliche Weinlandschaft mit Klapotetz | © Steiermark Tourismus | www.bigshot.at

Seine Bauweise...

Mehrere Holzarten werden in einem Klapotetz vereint, was den besonderen Klang des „Wahrzeichen der Südsteiermark“ ausmacht. Früher wurden eben diese „Melodien“ nämlich genutzt, um jegliche Vogelarten von den, für die Weinbauern und -bäuerinnen so kostbaren Weintrauben fernzuhalten.

Der Korpus wird zum größten Teil aus Eschenholz, die acht Flügel (auch Federn genannt) aus Fichtenholz, das Klangbrett aus Vogelkirsche und die Verbindungsstücke auf Grund der starken Beanspruchung aus dem sehr harten und widerstandsfähigen Holz der Kornellkirsche gebaut.

Charakteristisch ist auch der Bund aus Birkenzweigen am Ende des Klapotetz. Dieser soll dem Wind etwas Angriffsfläche bieten. Der Durchmesser des Windrades beträgt meist einen Meter.

Glas Wein steht auf Fensterbank | © Steiermark Tourismus | Harry Schiffer

Südsteirischen Wein erleben

Das breite Sortenspektrum der Rebsorten in der Südsteiermark kennzeichnet das Weinbaugebiet genauso wie die vielen Weinbauern und Weinbäuerinnen, die ebendiese zu Spitzenweinen kultivieren, und unseren Gästen als wahre Weinerlebnisse näherbringen...

Gebratene Maroni | © Steiermark Tourismus | www.bigshot.at

Sturm & Kastanien

„Federweißer“, „Suser“, „Rauscher“, „Gstaubter“, „Vino Nuovo“… alles Bezeichnungen für den noch in Gärung befindlichen, neuen Wein – der bei uns in der Südsteiermark „Sturm“ genannt wird. Mit frisch gebratenen (gerösteten) Kastanien DER Klassiker im steirischen Herbst. Entlang der Südsteirischen Weinstraße, bei zahlreichen GastgeberInnen aber auch bei unterschiedlichsten Herbst-Festen wird der Sturm, der fast nicht von den Kastanien zu trennen ist, angeboten.

Leutschacher Hopfen

Neben Wein spielt auch Bier an der Südsteirischen Weinstraße eine wichtige Rolle. Der Hopfen- und Weinbau hat eine lange Tradition in der Region rund um Leutschach. Bereits um 1824 wurden erste Anbauversuche durchgeführt, nach dem Zweiten Weltkrieg war Peter Reininghaus treibende Kraft für den Hopfenanbau in der Südsteiermark. Durch das besondere Kleinklima wächst hier ein Hopfen herausragender Qualität, aus dem unter anderem auch das Reininghaus Jahrgangspils gebraut wird…

Leutschacher Hopfen | © Ulrike Elsneg

1. Steirisches Hopfenmuseum

Alles über die Geschichte des Hopfen und das Anbaugebiet Leutschach, wissenswertes über die verschiedenen Arbeitsvorgänge bei der Verarbeitung von Hopfen zu Bier - im 1. steirischen Hopfenmuseum bei der Brauerei Leutschach!

Steirisches Kürbiskernöl

Aus der (Süd)Steiermark nicht wegzudenken: das „schwarze Gold“, das tiefdunkelgrüne Kürbiskernöl. Aus den Kernen des steirischen Ölkürbis entsteht das dickflüssige Öl mit seinem einzigartigen Geschmack und unvergleichlichem Duft.


Das Kürbiskernöl, auch kurz „Kernöl“ genannt, ist das dickflüssige, tiefdunkelgrüne und nussig schmeckende Öl aus den Kernen des steirischen Ölkürbis. Im Frühjahr werden die Kürbispflanzen auf den Äckern angebaut und im frühen Herbst erfolgt die Kürbisernte. "Auspatzeln", so lautet der südsteirische Ausdruck zum Herauslösen der Kerne vom Ölkurbis. Die Ernte erfolgt heute meist mit speziellen Maschinen und nur noch selten händisch.

Zur Herstellung von einem Liter Kernöl benötigt man ca. 2-2,5 kg getrocknete Kerne, welche anschließend gemahlen, geröstet, gepresst werden. Thomas Hartlieb von der Ölmühle Hartlieb erzählt mehr über die Verarbeitung der Kürbisse zum Öl im untenstehenden Video.

Das steirische Kürbiskernöl aber auch der Ölkürbis lassen sich vielseitig verarbeiten. In der südsteirischen Küche wird das Kernöl hauptsächlich für Salate (grüner Salat, gemischter Salat, Käferbohnensalat,...) verwendet. Aber auch Kürbiscremesuppen, Kürbiskernpesto oder auch "Kernöleierspeis" sind beliebte Gerichte aus dem steirischen Ölkürbis. In der süßen Welt der Desserts überzeugt das Kürbiskernöl in Kombination mit Vanilleeis, als Kürbiskerntiramsu oder -kuchen oder auch als Kürbiskernlikör. Die noch nicht gepressten, aber gerösteten Kerne sind mit Schokolade oder Karamell überzogen eine beliebte Knabberei.

Und falls etwas von dem kostbaren Kürbiskernöl auf die Kleidung oder das Tischtuch gelangt, dann ab damit in die Sonne! Die Sonnenstrahlen bleichen nämlich die grünen Kernölflecken aus. Das köstliche Mitbringsel aus der Südsteiermark lagert sich zu Hause am besten lichtgeschützt und kühl.

Halbierter Ölkürbis liegt in der Wiese im Sonnenschein | © Steiermark Tourismus | Sommerauer

Vom Kürbis in die Flasche...

...und weiter zum Buschenschank, ins Wirtshaus, ins Haubenlokal, oder nach Hause auf den Küchentisch - unsere Direktvermarkter rund um die Südsteirische Weinstraße bieten ausgezeichnetes  Kernöl aus der Südsteiermark auch zum Mitnehmen!